Łódź – „Hollyłódź“: Eine Reise durch Polens Kinohauptstadt

Wer nach Łódź reist, folgt nicht nur dem bekannten Song „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ von Vickey Leandros, sondern begibt sich mitten hinein in eine der wichtigsten Filmstädte Europas.

Inhaltsverzeichnis

Eine Stadt wie ein Film

Łódź ist keine klassische Schönheit. Sie wirkt rau, industriell, manchmal melancholisch – und genau das macht ihren Reiz aus. Wie ein guter Film lebt sie von Kontrasten: Vergangenheit und Gegenwart, Verfall und Aufbruch, Kunst und Alltag.

Die einstige Textilmetropole hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg in eine kreative Traumfabrik verwandelt – mit Studios, Kulissen, Festivals und einer Filmhochschule, die bis heute Weltkarrieren prägt.

Und 2026 steht die Stadt ganz im Zeichen eines Jubiläums: dem 100. Geburtstag ihres vielleicht bedeutendsten Regisseurs, Andrzej Wajda. Seine Filme haben die Seele Polens eingefangen – und Łódź lieferte dafür die Bühne. Oder, um es im Ton des berühmten Schlagers zu sagen: Die Reise nach Łódź lohnt sich. Heute mehr denn je.

Vom „Manchester des Ostens“ zur Filmmetropole

Heute hat sich die einstige Industriestadt neu erfunden: als „Hollyłódź“, als Kinohauptstadt Polens, als Ort, an dem Geschichten nicht nur erzählt, sondern geboren werden.

Um das Wortspiel richtig zu verstehen, muss man wissen, dass Łódź auf polnisch nicht „Lodsch“ ausgesprochen wird, sondern „Wudsch“ . Theo fuhr also nicht nach „Lodsch“, sondern nach „Wudsch“. Der Spitzname Holly-Łódz wird daher „Hollywudsch“ ausgesprochen –  in Anlehnung an „Hollywood“. Das polnische Wort Łódź bedeutet übrigens Boot.

Łódź verdankt seine filmische Karriere einem historischen Zufall: Während Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag, blieb Łódź vergleichsweise unzerstört. 

Also zog die Filmindustrie kurzerhand hierher, Studios und Produktionsfirmen wurden aufgebaut, und schon wenige Jahre später begann die Stadt, ein ganz eigenes kulturelles Selbstbewusstsein zu entwickeln.

In den großen Hallen der ehemaligen Textilfabriken entstanden Filme, die das Land prägten. Die legendäre Spielfilmfabrik wurde zur „Traumfabrik“ des Ostens, in der ein Großteil der polnischen Nachkriegsproduktionen realisiert wurde. Gleichzeitig wuchs rundherum ein kreatives Umfeld aus Studios, Archiven und Ausbildungsstätten – und Łódź wurde zu dem Ort, an dem „alle Wege hinführten“, wenn man in Polen Film machen wollte.

Schnell entwickelte sich so die Stadt zum Herz des polnischen Kinos. In der legendären Wytwórnia Filmów Fabularnych – der Spielfilmfabrik – entstanden viele der wichtigsten Produktionen der Nachkriegszeit.

Heute trägt Łódź offiziell den Titel UNESCO-Filmstadt, ein Gütesiegel für Kreativität und filmisches Erbe. Mehr als 150 Filme und Serien wurden hier gedreht, oft verwandelte sich die Stadt selbst in Kulisse für andere Orte – von München bis Istanbul.

Film erleben: Spaziergänge durch „Hollyłódź“

Noch im 19. Jahrhundert war Łódź ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie, was der Stadt den Spitznamen „polnisches Manchester“ einbrachte.  Die roten Klinkerfassaden des szenigen Komplex  „Manufaktura“  erinnern an die historischen Zeiten der Textilindustrie.  Im 19. Jahrhundert stand hier eine der größten Textilindustriefabriken Polens. Aber das Gelände ist heute mehr denn je in Mode gekommen: Die Backsteingebäude wurden komplett restauriert, und ihr Innenleben hat sich komplett geändert: In den ehemaligen Fabrikhallen sind Cafés, Restaurants und Geschäfte eingezogen. Springbrunnen, Pflanzen und historisch anmutende Straßenlaternen ergeben ein gemütliches Nostalgie-Flair.

Das 27 ha große Vergnügungs- und Einkaufszentrum liegt auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik von Israel Poznański. Es beherbergt unter anderem das Kunstmuseum ms2, viele Restaurants, rund 250 Geschäfte, eine Diskothek, ein Bowling-Center, eine Kletterwand, ein Kino, ein Theater und ein Hotel.

Die Manufaktura ist heute zu einem Wahrzeichen von Łódź geworden ist und hat sich als zentraler Punkt der Stadt etabliert – vergleichbar mit der Piotrkowska-Straße. 

 Die vierjährige Renovierung dieser Einrichtung (der ehemaligen Weberei, des Kraftwerks, der Veredelungsräume und des Feuerwehrgebäudes) war das erste Beispiel für eine solche groß angelegte Revitalisierung des postindustriellen Raums in Polen.

Die Industriegeschichte des Geländes lässt sich am besten bei einem Besuch des Fabrikmuseums erkunden. Es gibt spannende Einblicke in die ursprüngliche Funktion des Ortes. Das Areal gehörte im 19. Jahrhundert zu den größten derartigen Fabriken weltweit. Das ausgedehnte Grundstück beherbergte neben den eigentlichen Fabriken auch Wohnungen für die Arbeiter, ein Elektrizitätswerk, Schulen und viele mehr. Bis heute sind alle Gebäude erhalten, die den gesamten Zyklus der Textilproduktion abbilden: von der Spinnerei über die Weberei bis zur Veredelung.

Der Investor, der die alte Atmosphäre und Tradition mit der Moderne verbinden wollte, gab dem Gebäude den Namen „Manufaktura“ und achtete gleichzeitig auf eine möglichst funktionale Architektur. https://de.manufaktura.com/

Aleja Gwiazd (Allee der Sterne)
Wer heute durch die Stadt läuft, spürt dieses Erbe auf Schritt und Tritt. Die Piotrkowska-Straße, eine der längsten Flaniermeilen Europas, wirkt wie eine Kulisse, die nie abgebaut wurde.

Hier glitzern im Asphalt auch die Sterne der Aleja Gwiazd, der polnischen Version des Walk of Fame – mehr als 90 Namen von Regisseuren, Schauspielern und Kameraleuten, die das Kino geprägt haben.

Im revitalisierten Kraftwerkskomplex EC 1, befindet sich auch das Nationale Zentrum für Filmkultur – hier wird  die Zukunft des Mediums verhandelt. Ein modernes Kulturareal, das Filmtechnik, Geschichte und Zukunft verbindet.In dem Wissenschafts- und Technikzentrum gibt es einiges zu erleben. Außerdem beherbergt der Komplex ein Planetarium. Von der Dachterrasse hat man übrigens einen fantastischen Rundum-Blick auf Łódź.

Księży Młyn

Der städtische Komplex Księży Młyn (Mühle Pfaffendorf) ist der größte historische Fabrikkomplex in Łódź. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er an der Stelle einer ehemaligen Mühlensiedlung von einem örtlichen Pfarrers errichtet. Daher leitet sich der Name der Siedlung ab. Sie wurde von Karl Wilhelm Scheibler, einem Unternehmer aus dem westlichen Rheinland, geschaffen, der 1848 nach Polen kam und sich nach einigen Jahren in Łódź niederließ. 

Der Komplex umfasst Fabrikgebäude, Wohnsiedlungen, Wohnsitze von Eigentümern, Villen von Direktoren, eine Schule, Krankenhäuser, eine Feuerwache, eine Gasfabrik, einen Fabrikclub sowie Gärten und Parks.

Der Zusammenbruch der Textilindustrie trug dazu bei, die Funktion der Siedlung ändern zu müssen. Heute ist Księży Młyn ein Magnet, der Touristen, Künstler und Fotografen anzieht. In ungewöhnlichen Räumen der ehemaligen Fabrik werden interessante kulturelle Veranstaltungen, Festivals und Modeschauen organisiert, und alte Villen und Paläste sind heute Sitz von Museen. Er dient auch oft als Drehort für Filme, aufgrund seiner Authentitzität.

Die Kaderschmiede: Filmhochschule Łódź

Das Herz dieser filmischen Welt schlägt jedoch an einem Ort, der fast schon mythisch ist: der Filmhochschule Łódź. Gegründet 1948, gehört sie zu den renommiertesten Filmschulen der Welt. Hier wurden Regisseure ausgebildet, deren Namen längst Filmgeschichte sind – Roman Polański, Krzysztof Kieślowski, Andrzej Wajda. 

Legendär ist die berühmte Treppe zum schuleigenen Kino – ein Ort, an dem Generationen von Filmstudenten diskutierten, träumten und Filmgeschichte schrieben.

Museum für Kinematographie

Direkt neben der Filmhochschule befindet sich das einzige Museum für Kinematographie in Polen im Palast-Ensemble von Karl Scheibler. Hier werden Denkmäler der Filmtechnik, Kunst und Kultur bewahrt. Die verschiedenen Ausstellungen umfassen über 70.000 Museumsstücke. Darunter befinden sich Geräte aus der Zeit vor dem Film. Ein weiteres Highlight stellt das im Jahr 2016 restaurierte Fotoplasticon dar.

Eine Sammlung von Kameras, Camcordern und Projektoren veranschaulicht die Entwicklung der Filmtechnik vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Einen weiteren großen Anteil der Ausstellung machen die Figurenentwürfe und Puppen polnischer Künstler aus. Das Filmmuseum besitzt auch eine eigene Filmbibliothek mit rund 2.000 Spiel- und Animationsfilmen.

Bei Gute-Nacht-Geschichten über Miś Uszatek, Miś Colargol und Zaczarowany Ołówek sind Generationen von Polen aufgewachsen. Was verbindet diese Märchen? Alle sind in Łódź entstanden. Hier entstehen seit 70 Jahren Animationsfilme, sowohl Märchen für Kinder als auch Filme für Erwachsene. 

Zwei Produktionen wurden sogar mit Oscars ausgezeichnet. Um die Geschichte der Entstehung von Cartoons kennen zu lernen, die Filmdekorationen zu sehen und Ihre Lieblingshelden zu treffen, lohnt es sich, das Museum für Kinematographie zu besuchen. 

Andrzej Wajda – der große Chronist Polens

2026 richtet sich der Blick der Filmstadt besonders auf einen ihrer größten Söhne: Andrzej Wajda. Der Regisseur, 1926 geboren und 2016 gestorben, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert – in Polen wurde es offiziell zum Wajda-Jahr erklärt. Wajda war mehr als ein Filmemacher, er war Chronist der polnischen Seele. In Werken wie „Asche und Diamant“, „Der Mann aus Eisen“ oder „Katyn“ setzte er sich mit Geschichte, Macht und Moral auseinander und wurde damit international zu einer Stimme, die weit über sein Land hinaus gehört wurde. Für sein Lebenswerk erhielt er im Jahr 2000 einen Ehren-Oscar.

„Das gelobte Land“ – Łódź als Filmkulisse

Sein vielleicht eindrücklichster Film aber führt direkt zurück nach Łódź: „Das gelobte Land“ (Ziemia obiecana). Wajda erzählt darin die Geschichte dreier Unternehmer im industrialisierten Łódź des 19. Jahrhunderts – einer gnadenlosen Welt aus Fabriken, Kapital und sozialen Spannungen.

Der Film erzählt von den skrupellosen Mechanismen des aufstrebenden Industriekapitalismus in Łódź und zeigt eine Stadt im Goldrausch der Baumwollbarone. Viele der prächtigen Fabrikantenpaläste und Fabrikanlagen, die Wajdas Kamera einfing, prägen bis heute das Stadtbild.

Die Fabriken, die Villen, die düsteren Straßen: Łódź selbst spielt die Hauptrolle. Bis heute gilt der Film als Meisterwerk des polnischen Kinos und wurde international gefeiert. Für Besucher bedeutet das: Łódź ist nicht nur Drehort, sondern selbst Protagonist – eine Stadt, die ihre industrielle Vergangenheit bis heute sichtbar trägt.

Festivals und kreative Gegenwart

Wer die Stadt besucht, erkennt viele dieser Schauplätze wieder – wenn auch verändert, renoviert, neu interpretiert. Denn Łódź ist nicht im Gestern stehen geblieben. Die alten Industriebauten wurden zu Lofts, Galerien und Kulturzentren umgebaut, Kreative haben sich in den Backsteinquartieren niedergelassen, Filmfestivals bringen internationales Publikum in die Stadt. Veranstaltungen wie das European Cinema Forum Cinergia oder das Camera Action Festival zeigen, dass hier nicht nur Geschichte gefeiert, sondern Gegenwart gestaltet wird.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Verfall und Aufbruch, die Łódź so spannend macht. Aber gerade deshalb wirkt die Stadt so authentisch.

Wenn man am Abend durch die Straßen geht, vorbei an ehemaligen Fabriktoren und neuen Cafés, könnte man fast erwarten, dass gleich ein Kamerateam um die Ecke biegt. In Łódź ist das nicht einmal unwahrscheinlich: Noch immer dient die Stadt als Kulisse für zahlreiche Produktionen und verwandelt sich je nach Dreh in andere Orte, andere Zeiten, andere Welten.

Streetart in Łódź

Besonders cool ist die Straßenkunst, für die Łódź bekannt ist. Jedes Jahr im September kommen Graffiti- und Straßenkünstler aus aller Welt nach Łódź, um Hauswänden mit ihren Kunstwerken sogenannten Murals neuen Glanz zu verleihen. Mehr als 70 Riesen-Graffitis prägen hier bereits das Stadtbild. Viele von ihnen entstanden im Rahmen des Galeria Urban Forms Festivals, einem der fünf wichtigsten Streetart-Festivals der Welt. Eines der bekanntesten Murals ist das von Artur Rubinstein vom Künstler Eduardo Kobra.

Ein Muss ist auch der Besuch des Innenhofes des Hauses Piotrkowska 3. Die Rosenpassage ist ein einzigartiges Kunstprojekt der polnischen Künstlerin Joanna Rajkowska. Die Pasaz Rozy ist ein riesiger Mosaikspiegel der an den Fassaden von Wohnhäusern angebracht wurde. Insgesamt sind 800m² mit Spiegelteilchen dekoriert. Die lichtreflektierende Spiegelwelt ist ihrer Tochter gewidmet, die nach einer Chemotherapie eine Rekonstruktion ihrer Netzhaut benötigte.

Ein Hingucker und der perfekte Ort für Selfies ist auch das große verspiegelte Herz, das gegenüber dem Poznański-Palast steht. Die Skulptur wurde in China von der Sino Sculpture Group produziert. Die Künstler sind berühmt für ihre Projekte in New York und Los Angeles.

Trendige Gastroszene

Natürlich gibt es auf der Piotrkowska-Straße auch unzählige Restaurants und Bars. Vor allem bei gutem Wetter ist die Stimmung einmalig, wenn alle draußen sitzen, trinken und essen und den Klängen der Straßenmusiker lauschen.

Besonders angesagt ist das OFF Piotrkowska. Der stillgelegte Industriekomplex  auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollfabrik von Franciszek Ramisch herbergt Bars, Galerien, Cafés, Foodtrucks und Restaurants – von schick bis leger ist alles dabei. An warmen Tagen stehen hunderte von Sonnenliegen im Innenhof. Hier kann man wunderbar bei Loungemusik entspannen.

OFF Piotrkowska ist ein einzigartiges Projekt, das Vertreter der Kreativwirtschaft zusammenbringt. In der Piotrkowska-Straße 138/140  findet man ein kleines Kreativareal mit zahlreichen Modeboutiquen und coolen Restaurants. Hier gibt es auch zwei große Streetart-Gemälde. Die Ateliers von Modedesignern, Designern, Architekten, Musikclubs, Restaurants, Ausstellungsräumen, Proberäumen, Showrooms, Concept Stores und Clubcafés befinden sich an einem Ort.

Geschichte von Łódź

Die Geschichte der Stadt geht auf sechs Jahrhunderte zurück – 2023 wurde das 600-Jährige Stadtjubiläum groß gefeiert –  doch die dynamische Entwicklung von Łódź fand vor weniger als 200 Jahren statt. Von einem kleinen Dorf, das die Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts war, wurde sie in kurzer Zeit zum „gelobten Land“ und hat Tausenden von Familien durch die Industrialisierung Hoffnung auf ein besseres Leben gegeben. In Łódź  finden sich auch zahlreiche Spuren vieler Kulturen  –  die Stadt war ein Schmelztiegel bis zum Zweiten Weltkrieg.

Lodz wurde von den Nazis besetzt und damals in „Litzmannstadt“ umbenannt, nach dem deutschen General Karl Litzmann. Während der Besatzung haben die Nazis das Łódź-( Litzmannstadt)-Ghetto, das zweitgrößte Ghetto in Polen errichtet

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt kaum zerstört – im Gegensatz zu Warschau, das komplett in Ruinen lag. Daher diente Łódź kurze Zeit als polnische Hauptstadt, es gab sogar Überlegungen, Warschau ganz aufzugeben und die Kapitale dauerhaft hierhin zu verlegen. Doch von dieser Idee nahm man wieder Abstand. Die Textilbetriebe wurden verstaatlicht und Lodz wurde wie schon vor dem Ersten Weltkrieg zum wichtigsten Textilstandort Polens, wo vor allem wurde für den sowjetischen und einheimischen Markt produziert.

Nach der Wende brach dann plötzlich der wichtigste Absatzmarkt für Textilien weg. Es kam zu fehlgeschlagenen Privatisierungen, Pleiten und Massenentlassungen. Zeitweise waren etwa 25 Prozent der Einwohner von Łódź arbeitslos. Erst mit der Jahrtausendwende kam der Aufschwung. Heute ist Łódź eine kreative Stadt, eine Stadt der Festivals, eine Stadt, die komplett neu entdeckt wird –  so spannend und vielseitig präsentiert sie sich heute.

Von der Tristesse der Wendezeit ist nichts mehr zu spüren. Junge Startups lassen sich in alten Fabrikhallen nieder, es wird überall renoviert und gebaut und Łódź  hat sich international einen Namen als Mode- und Kreativstadt gemacht.

Zur Geschichte von Łódź erfährt man vieles im Stadtmuseum, das sich in einer repräsentativen Residenz befindet, dem Poznański Palast, der für die Familie des wohlhabendsten Fabrikanten aus dem 19. Jahrhundert in Łódź – Izrael K. Poznański gebaut wurde.

Die Ausstellung befindet sich in den historischen Räumen des sogenannten „Weißen Palastes“. Ein Raum ist auch dem aus Łódź stammenden berühmten Pianisten Artur Rubinstein gewidmet.

Anreise

Viele Wege führen nach Lodz: Mit dem Auto muss man von Berlin aus mit einer Fahrtdauer von etwa 4 bis 5 Stunden rechnen. Die Stadt liegt 130 Kilometer südwestlich von Warschau. 

Fliegen: Es gibt viele Direktflüge aus Deutschland in die polnische Hauptstadt, zum Beispiel mit der polnischen Airline Lot  www.lot.com Von Warschau aus nimmt man sich entweder einen Leihwagen und ist dann in etwa 1,5 Stunden in Lodz. Oder man fährt bequem von Warschau in etwa einer Stunde mit dem Zug nach Lodz bis zum Bahnhof Fabryczna.

Mit dem Zug kann man natürlich auch direkt aus Deutschland, zum Beispiel von Berlin, nach Lodz fahren. Zudem gibt es Flix-Bus Verbindungen.

Lodz verfügt zwar über den eigenen Władysław Reymont Flughafen, der nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt, doch dieser wird aus Deutschland selten angeflogen..

Das wird sich ändern, wenn der neue Airport, der zwischen Warschau und Lodz gebaut wird, in Betrieb geht. Der Flughafen CPK soll 2028 eröffnet werden und ist eines der größten Verkehrsprojekte Polens. 

Hoteltipps

Kaum ein Ort verbindet die industrielle Vergangenheit von Łódź so eindrucksvoll mit seiner Filmgeschichte wie das heutige Hotel Andel’s im Manufaktura-Komplex. Das Designhotel befindet sich in einer ehemaligen Weberei des Textilimperiums von Izrael Poznański, jenes Fabrikanten, der wie kaum ein anderer für den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt im 19. Jahrhundert steht.

Die gewaltigen Backsteinbauten, die heute Boutiquen, Restaurants und luxuriöse Hotelzimmer beherbergen, waren einst Teil einer der größten Textilfabriken Europas. Wer aus den hohen Rundbogenfenstern des Hotels auf die historische Industrieanlage blickt, sieht genau jene Welt, die Andrzej Wajda in seinem Meisterwerk „Das gelobte Land“ so eindringlich porträtierte. 

Das Andel’s wirkt deshalb fast wie eine begehbare Filmkulisse: Zwischen freigelegten Backsteinwänden, Stahlträgern und modernem Design wird die Geschichte jener Industriemetropole lebendig, die Wajda einst als ebenso faszinierend wie gnadenlos beschrieb. Hier übernachten Gäste nicht einfach in einem Hotel, sondern mitten im historischen Herz jener Stadt, die den Regisseur zu einem seiner bedeutendsten Werke inspirierte. Vienna-house-andels-lodz

Das DoubleTree by Hilton Łódź befindet sich im Stadtzentrum, nur 1 km von der Haupteinkaufsstraße Piotrkowska entfernt. Das Besondere: Das Hotel verbindet die Filmtradition von Łąkowa 29 mit dem Komfort t eines 4-Sterne-Hotels.

Das DoubleTree by Hilton Łódź wurde im Juli 2013 an der Stelle des ehemaligen Spielfilmstudios (Wytwórnia Filmów Fabularnych) eröffnet. Łąkowa 29, die Straße, an der sich das Hotel DoubleTree by Hilton Łódź befindet, hat in der Geschichte der polnischen Kinematographie eine große Rolle gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier Produktionen, die die Kinofans auf der ganzen Welt immer noch begeistern, denn die Lodzer Spielfilmfabrik (Łódzka Wytwórnia Filmów Fabularnych) ist für viele ein Synonym für Qualität und Handwerkskunst, was zahlreiche Filmpreise und Oscar-Nominierungen belegen. Zu den berühmtesten Werken gehören Jerzy Kawalerowicz „Pharao“, Andrzej Wajdas „Das gelobte Land“, Juliusz Machulskis „Sexmission“ und Jerzy Hoffmans „Sintflut“.

Das Hotel bietet 200 komfortabel eingerichtete Zimmer, mit raumhohen Fenstern, Klimaanlage, Kaffee- und Teezubehör. In der obersten Etage des Hotels befindet sich der Spa & Health Club mit einem rund um die Uhr geöffneten Fitnesscenter, Whirlpool, mehreren Saunen und einem Innenpool mit tollem Panoramablick auf die Stadt.

Das gut ausgestattetes Konferenzzentrum zieht auch Geschäftsreisende an. Jeder Hotelgast wird beim Check-In mit dem berühmten Double-Tree Coockie begrüßt.

Das À-la-carte-Restaurant Four Colors serviert innovative internationale Gerichte und Spezialitäten der polnischen Küche. Am Abend kann man an der Golden Bar entspannen. Hier ist auch der Eingang zum hauseigenen Kinosaal. Das Filmthema zieht sich durch das ganze Hotel und sogar auch auf der Fassade des Gebäudes: Dort sind Filmszenen aus der Ferne wie ein Mosaik zu erkennen.

Infos

Mehr Informationen rund um Lodz und seine Sehenswürdigkeiten gibt es vor Ort im Tourismusbüro (Piotrkowska-Straße 28) und auf der offiziellen Webseite unter https://lodz.travel/de/

Weitere Infos rund um Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt  https://www.polen.travel/de

Fotos: Antonia Kasparek, Polen Travel, Lodz Travel

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