Polen ist Top-Tourismusland in der EU

Mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen um 7 Prozent belegt Polen den zweiten Platz in der gesamten EU.

Polen erzielte eines der besten Ergebnisse im Tourismus in der Europäischen Union, das verraten die von Eurostat veröffentlichten aktuellen Daten zur Tourismusentwicklung in Europa. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Übernachtungen in touristischen Unterkünften um sieben Prozent. Damit zählt das Land zu den Spitzenreitern in der EU.

In der gesamten Europäischen Union wurden 2025 insgesamt 3,08 Milliarden Übernachtungen registriert. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Malta. Direkt danach folgt Polen.

2025: Sieben Prozent Wachstum bei Übernachtungen

Polen verzeichnete 2025 laut Eurostat nach Malta den zweithöchsten Anstieg bei den Übernachtungen in den EU-Ländern. Der Zuwachs betrug sieben Prozent. Nicht nur die Hotelbranche freut sich über gute Auslastungen. Auch die Flughäfen und das Bahnunternehmen PKP Intercity melden Passagierrekorde. Die zentrale Behörde für Statistik in Polen GUS spricht vom besten Tourismusjahr der polnischen Geschichte.

Polnischer Tourismussektor wächst doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt

Im vergangenen Jahr besuchten über 22 Millionen ausländische Touristen Polen. Das sind 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der polnische Tourismussektor wächst damit doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt. Das laufende Jahr könnte ein weiteres Rekordjahr werden.

Der Anstieg der Zahl der Touristen aus Deutschland freut besonders den Direktor des polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin Marcin Płachno. „Das vergangene Jahr hat all unsere Erwartungen übertroffen“, erklärt Marcin Płachno, Leiter des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin. „Polen wird als Reiseziel zunehmend international wahrgenommen“, so Płachno weiter.

Besonders freue ihn, dass Deutschland der wichtigste ausländische Quellmarkt für den polnischen Tourismussektor bleibt: „Von den gut 15 Millionen Gästen, die wir im vergangenen Jahr aus dem Ausland begrüßen konnten, kamen nach wie vor die meisten aus der Bundesrepublik.“ In den ersten zehn Monaten 2025 lag der Zuwachs deutscher Gäste bei rund 8,5 Prozent. Ihre Gesamtzahl dürfte 2025 deutlich über drei Millionen liegen.

Die polnische Hauptstadt Warszawa (Warschau) führt das landesweite Ranking mit 8,7 Millionen Touristen weiterhin an, gefolgt von Kraków (Krakau) mit 5,2 Millionen und Gdańsk (Danzig) mit 2,9 Millionen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten neben Polens viertgrößter Stadt Łódź mit 16,3 Prozent die Gebirge im Süden. So legt etwa die Tatra-Region rund um Polens Winterhauptstadt Zakopane um gut 16 Prozent zu. Die Region Riesengebirge sogar um 18 Prozent.

Die Tourismusbranche trägt mittlerweile rund fünf Prozent zum polnischen Bruttoinlandsprodukt bei und wächst schneller als die Gesamtwirtschaft. Die Ausgaben der Touristen kletterten 2025 auf rund 22 Milliarden Euro, ein Anstieg um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, liegt die Steigerung sogar bei knapp 39 Prozent.

Die Dimension dieses Aufschwungs zeigt sich an den großen Flughäfen des Landes. Der Chopin-Airport in der Hauptstadt Warszawa (Warschau) fertigte 24,1 Millionen Passagiere ab – ein Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kraków (Krakau) erreichte mit 13,2 Millionen Passagieren das beste Ergebnis seiner Geschichte und ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Katowice (Kattowitz) durchbrach erstmals die 7-Millionen-Marke, was einem Sprung um 14,3 Prozent entspricht. Auch der Flughafen der Ostseemetropole Gdańsk (Danzig) erreichte mit 7,4 Millionen Passagieren ein Plus von zehn Prozent.

Nach Angaben der Polnischen Hotelkammer erhöhten 66 Prozent der Betriebe im vergangenen Jahr ihre Preise. Dennoch erreichte die Hälfte der Hotels eine Auslastung von über 50 Prozent. Besonders die Ferienhotels an der Ostseeküste und in den Mittelgebirgen im Süden des Landes profitierten von der starken Nachfrage.

Neue Bahnverbindungen von Deutschland

Den Aufschwung spürten auch die polnischen Staatsbahnen. Die PKP Intercity transportierten im vergangenen Jahr fast 90 Millionen Fahrgäste und somit 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich mit 2023 beträgt die Steigerung sogar 31 Prozent. Täglich nutzten durchschnittlich 244.000 Personen die Fernzüge der PKP.

Im Dezember 2025 wurden zudem neue Bahnverbindungen für Reisende aus und nach Deutschland geschaffen. So fährt erstmals ein Eurocity direkt von der sächsischen Metropole Leipzig nach Wrocław und Kraków – ohne Umweg über Berlin. Parallel dazu startete eine Nachtverbindung von Berlin über Poznań (Posen), Łódź (Lodsch), Warszawa und Lublin bis nach Chełm nahe der ukrainischen Grenze. Der Eurocity von Berlin nach Kraków verkehrt nun zweimal täglich durchgehend bis Przemyśl an der Grenze zur Ukraine sowie einmal als Nachtverbindung.

Polen setzt auf hochwertige Angebote

Sein Heimatland habe sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich von einem Billigreiseziel zu einer Destination mit klaren Qualitätsmerkmalen entwickelt, ist Fremdenverkehrsamtschef Marcin Płachno überzeugt: „Die Kombination aus kulturellem Erbe, modernen Städten und einer Gastronomie-Szene der Spitzenklasse überzeugt immer mehr Gäste aus dem Ausland.“

Davon profitierten sowohl die großen Metropolen wie auch die Ferienregionen an der Ostsee und in den Bergen. Die Zahl der Top-Restaurants, die mit Sternen und Auszeichnungen von Michelin ausgezeichnet wurden, ist Jahr für Jahr gestiegen. In den kommenden Wochen wird nach fünfjähriger Pause auch ein neuer Gourmetführer von Gault Millau für Polen erwartet.

Um das touristische Wachstum auch systematischer zu erfassen, startete am 6. Februar das „Obserwatorium Turystyki“ – eine gemeinsame Dateninitiative von Tourismusministerium und GUS. Sie soll traditionelle Statistiken mit Big Data und Plattform-Daten verknüpfen. Die detaillierten Jahresstatistiken werden vom GUS in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Mehr zu den offiziellen Tourismuszahlen auf Übersicht – Tourismus – Eurostat und der polnischen Statistikwebsite des GUS unter www.stat.gov.pl

Polen auf der ITB 2026 in Berlin

Polen lädt zum ITB-Besuch in Halle 11.2 im Zeichen des Slow Tourism und der Sterneküche ein: authentische Erlebnisse, nachhaltiges Reisen sowie intensiver Kontakt mit lokaler Kultur und Natur. Am 500 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand präsentieren sich elf regionale und sechs lokale Tourismusorganisationen.

Polnische Regionen und Metropolen präsentieren sich

Małopolska (Kleinpolen) präsentiert sich am größten Einzelstand in Halle 11.2. Aus der Region kommen aktuelle Themen wie Krynica Zdrój mit seinem neuen Aussichtsturm.

Die Region Niederschlesien ist auch mit ihrer Hauptstadt Wrocław (Breslau) vertreten. Die Odermetropole setzt verstärkt auf Wassertourismus entlang der Oder. In Oberschlesien sorgt der Flughafen Katowice mit Rekordzahlen für Aufmerksamkeit. Hinzu kommen Großpolen, das Karpatenvorland, Ermland-Masuren, das Lebuser Land, Masowien, die Region Oppeln, Podlachien und die Lubliner Region.

Auch sechs polnische Metropolen präsentieren sich von ihrer besten Seite. Gdańsk (Danzig), wo Destigo Hotels auf der Speicherinsel das neue Fünf-Sterne-Haus „Experior Grand“ eröffnet. Łódź (Lodsch), das im April zum 28. Mal sein internationales Ballett-Festival ausrichtet. Oder Poznań (Posen), das seit Dezember 2025 auch mit einem neuen Nachtzug von Berlin aus erreichbar ist. Ebenfalls vertreten sind Lublin, Toruń (Thorn) und Bydgoszcz (Bromberg).

Die mit 25 Teilnehmern größte Gruppe bilden Branchenaussteller. Darunter Incoming-Agenturen wie Supertour DMC Poland, Liberty Poland DMC und Furnel Travel International. Den Hotelsektor vertreten neben Destigo auch Focus Hotels, die Zdrojowa-Gruppe und Górskie Resorty, deren Häuser vom Gästezuwachs in den naturnahen Ferienregionen profitieren.

Im Bereich Gesundheits- und Kurtourismus präsentieren sich die Polnische Kurortgruppe, Idea Spa Travel und JAWA Reisen/Medical SPA Travel. LOT Polish Airlines ist als nationale Fluggesellschaft vor Ort. Außerdem vertreten: die Polnische Flughafengesellschaft (PPL) und die Initiative Polnischer Kulturhauptstädte.

Polens Gastronomie ist Weltklasse

Seit mehreren Jahren arbeitet die Polnische Tourismusorganisation mit Michelin zusammen. Die Michelin-Guides für Polen listen Sterne-Restaurants in mehreren Städten sowie weitere Top-Restaurants auf. Das zeigt, dass Polens Spitzenköche auch im internationalen Vergleich sehr gut mithalten können.

Von der Spitzenqualität der zeitgenössischen polnischen Küche können sich die Besucher auch auf der ITB in Berlin überzeugen: 14 Restaurants aus dem Guide Michelin Polska servieren an allen drei Messetagen Kostproben ihrer Künste. Am 3. und 4. März von 11 bis 17 Uhr und am 5. März etwa bis 15 Uhr.

Mit dabei sind Sterne-Restaurants wie Rozbrat 20 aus Warszawa (Warschau) und Giewont aus Kościelisko, das Bib-Gourmand-Lokal Ida aus Wrocław sowie Eliksir aus Gdańsk. Als einziges Restaurant in Polen trägt es einen grünen Michelin-Stern. Am 3. und 4. März zwischen 16 und 17 Uhr können Messebesucher zudem Biere der Brauerei 100 Mostów (100 Brücken) aus Wrocław verkosten.

Breslau ist das Venedig Polens

Wrocław, das „Venedig Polens“, liegt auf zwölf Inseln, die durch über 100 Brücken verbunden sind. 2026 steht in der drittgrößten Stadt des Landes der Wassertourismus im Mittelpunkt: Bootstouren auf der Oder, Kajakverleih und das interaktive Wassermuseum Hydropolis locken Besucher an.

2025 wurde Wrocław zudem erstmals im Guide Michelin Polska aufgeführt. Landesweit sind mittlerweile sieben Restaurants mit Michelin-Sternen ausgezeichnet, darunter die Bottiglieria 1881 in Krakau (Kraków) mit zwei Sternen.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Polnischen Tourismusorganisation in Berlin, Einfluss auf den Inhalt des Artikels wurde nicht genommen.

Fotos: Polen Travel 

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